Neuigkeiten:

It’s a deal – Flohmarkt am Rathaus Schöneberg

Dienstag, 14. Mai 2013


Jeden Samstag und Sonntag, an jedem Wochenende, findet von 9 bis 16 Uhr am Rathaus Schöneberg eine große Farbexplosion statt: ein großartiges Bild alter, farbenfroher Sachen aus der Vergangenheit und von überall aus der Welt!

Willkommen in den guten alten Tagen!

So kommt es mir vor, wenn ich den Flohmarkt in Schöneberg besuche. Er ist nicht so groß wie beispielsweise der im Mauerpark, aber was du suchst, findest du bestimmt auch hier. Eigentlich musst du ziemlich geduldig sein, um dich durch die riesen Berge von Klamotten, Schuhen, Spielzeugen, Lampen, Fahrrädern, Stühlen und was auch immer zu wühlen, aber am Ende wirst du sicherlich fündig werden.
Verbringe ein bisschen mehr Zeit, um einen guten Preis mit den Verkäufern auszuhandeln und der deal ist gemacht.

Also hingehen... und Spaß haben!


Amalia Raccanello
Jeden Tag nehme ich mein Fahrrad, packe Oscar (meinen hölzernen Freund) und meine Kamera in meine Tasche und fahre in Berlin herum. Jeden Tag finde ich etwas was ich mag und wenn ich etwas finde was ich mag, dann möchte ich es unbedingt mit euch allen teilen.

Die ehemalige Irakische Botschaft der DDR

Montag, 13. Mai 2013


Ich liebe verlassene Orte. Vor zwei Jahren erzählte mir meine Freundin Pearl vom ehemaligen irakischen Botschaftsgebäude in Pankow. Zwei Tage später machte ich mich mit der Kamera im Rucksack auf den Weg dorthin. Am Eingang ein Schild, „Warnung vor dem Hund!“, obwohl es dort stiller war als auf einem Friedhof. Allein traute ich mich erstmal nicht hinein, also rief ich Pearl und bat sie, vorbeizukommen. Pearl versprach in zehn Minuten da zu sein. Meine Neugier war größer als meine Angst, also betrat ich das Gelände vorerst allein. Ich schlich um das Gebäude herum. Zerschlagene Fensterscheiben, eine rostige Schreibmaschine, Tonbandspulen, vergilbte Rechnungen auf dem Rasen und eine halb verweste Katze an einem Heizungskörper im Garten. Wieder auf der Vorderseite angekommen, traf ich auf meine Freundin. Gemeinsam gingen wir in das Gebäude hinein und stießen auf verkohlte Räume, Berge von Büchern und Dokumenten, mehrere Fotos von Saddam Hussein und Propagandahefte. Auf der Terrasse in der ersten Etage stand ein altes Sofa, daneben leere Bierflaschen. Nachdem wir das Haus bis in den letzten Winkel durchstreift hatten, verließen wir den Ort mit einem merkwürdigen Gefühl im Bauch und mehreren Fragen im Kopf. Wir hatten das Gefühl, erlebt zu haben, wie vergänglich die Orte der Macht sind und die Macht selbst.

Bis 1991 noch diplomatisch genutzt, ist das Gebäude seitdem verlassen und verrottet allmählich. Zwar gehört das Areal der Bundesrepublik Deutschland, aber solange die irakischen Behörden nichts unternehmen, wird der Zustand noch länger bestehen bleiben, denn der Irak hat alleiniges Nutzungsrecht.

Autorin und Fotos: Aina Climent
Textbearbeitung: Jan Steffen

Stadt im Umbau 1: der ehemalige Zentralvieh- und Schlachthof

Freitag, 10. Mai 2013


Berlin verändert sich, unglaublich schnell. Nach nur wenigen Monaten, nachdem ich hierher gezogen war, konnte ich es deutlich spüren: Gebäude, die sich im Bau befinden; Kräne, die überall in den Himmel der Stadt ragen; Bauarbeiter, die bereits 6 Uhr morgens wie wild arbeiten, bei jeder Temperatur. Es ist eine Stadt im ständigen Werden und Wachsen: Berlin. Dabei werden neue Realitäten nicht nur denen in den städtischen Horizont gebaut, die hier geboren sind, sondern auch denen, die - ebenso wie ich - die Stadt noch nicht so gut kennen und die es noch schwierig finden, sich ein topographisches Bild von ihr zu machen. Aber in welcher Art und Weise verändert sich Berlin? Was lässt es zurück und wohin richtet es sich aus?
Als Italienerin, die an nie endende öffentliche Bauvorhaben und die Langlebigkeit des Antiken oder auch nur Alten gewöhnt ist, verblüffen mich diese Veränderungen und lassen mich mit Erstaunen darauf warten, dass sich das Neue irgendwann etabliert haben wird und ich mich daran gewöhnen kann.

Ich lebe seit anderthalb Jahren in der Eldenaer Straße und als ich hierher zog, zeigten meine Fenster noch auf den weiten Raum der Rinderställe des Zentralvieh- und Schlachthofs - wunderschöne Konstruktionen aus Stein aus dem späten 19. Jahrhundert, welche zu dieser Zeit verlassen waren, aber noch immer der Umgebung eine historische Identität aufprägten. Heutzutage sind diese Konstruktionen größtenteils abgerissen worden und werden bald ersetzt durch Häuser, die nur noch deren Fassade behalten. Die alte Rinderauktionshalle - mit seinen 212 Metern Länge und 72 Metern Breite einer der größten Eisenbauten der Stadt - ist zu einem kommerziellen Raum für Radfahrer_innen und Outdoor-Sportarten geworden, welcher auf die S-Bahn-Station Storkower Straße blickt sowie auf einen Parkplatz für die großen Einkaufszentren der Umgebung. Neben der Rinderauktionshalle befindet sich eine große Grünfläche, der Blakensteinpark, der nur mit ein paar Bäumen geschmückt ist. Überall in dieser Umgebegung stehen Häuser, meist halb freistehend; mit Ausnahme der Shoppingzentren und der nackten grünen Lands gibt es hier keine Orte die als Treffpunkte oder Begegnungsstätten herhalten könnten.

Der Zentralvieh- und Schlachthof wurde im Jahr 1881 als Schlachthof der Stadt eröffnet und dann um Stallungen, Plätze für die Kühlung und den Handel des Fleischs erweitert; zu ihm gehörte auch die Bahnstation für den Transport des Viehs und der geschlachteten Tiere. Zwischen dem ersten und dem zweiten Weltkrieg begann der Verfall des Areals; zunächst wurde es von Gefreiten genutzt, dann wurde es nach dem Zweiten Weltkrieg zum Kriegsbeutelager 1 der Roten Armee. Erst 1958 kehrte die Anlage als VEB Fleischkombinat Berlin zu ihrer ursprünglichen Funktion zurück und es dauerte bis 1991, dass der Moabit Großmarkt vollständig die Aufgaben des Zentralvieh- und Schlachthofs übernimmt.

Ich bin nicht aus Berlin und natürlich kann meine Verbindung zu der Stadt nicht verglichen werden mit der jener Menschen, die in dieser Stadt geboren sind. Dennoch, wenn ich in diesen düsteren erneuerten Straßen entlang laufe, fühle ich, dass ich eines Teils meiner Identität beraubt worden bin, ohne dafür irgendetwas als Entschädigung erhalten zu haben.


Von Diana Gurdulù Pacelli
übersetzt von Sabryna Trzysze

Tulpenmeer und Blütenpracht im Britzer Garten

Donnerstag, 9. Mai 2013



Das Auge kann sich endlich satt sehen. Nach dem grauen, langen Winter blühen im Britzer Garten die Bäume und die bunten Tulpen leuchten in allen Ecken. Mal in Beeten ordentlich angereiht, mal wild verstreut auf den Wiesen. Es ist Tulpenzeit in einem der schönsten Gärten Berlins. Die Sonderschau, genannt Tulipan zieht jedes Jahr mehr Besucher an. Ganze Reisebusse halten vor dem Eingang. Ihnen entströmen Menschen aus Sachsen, Thüringen und Niedersachsen. Mit Führungen oder einer Karte zur Orientierung in der Hand erobern sie sich die verschiedenen Landschaften des Parks.

Bänke am See laden zum Ausruhen ein. Vorwiegend sind Rentner anzutreffen, aber auch junge Mütter, einen Kinderwagen schiebend. Häufig wohnen sie in der Nähe und haben eine Jahreskarte. Sie lassen sich die Sonderschauen zu jeder Jahreszeit nicht entgehen. Im Frühling locken die Tulpen, im Sommer die Rosen, im Herbst die Dahlien. Aber auch zwischendrin lohnt sich ein Besuch immer. Sondergärten, in denen auch Springbrunnen mit interessanten Skulpturen zu entdecken sind, machen den Besucher mit den verschiedensten Gewächsen vertraut. Wer sich die Zeit nimmt, kann die Namen der jeweiligen Pflanzen nachlesen und dabei immer was lernen. Die Frühlingsplatterbse, die gewöhnliche Küchenschelle – solche Namen und ihre Standorte, teilweise im Sand oder umgeben von Steinen, erinnern an Urlaube in heissen Ländern.




Es ist wahr, Blumen bringen Freude, in dieser Form am meisten. Sie wachsen und gedeihen, bieten Tieren einen Lebensraum und werden beachtet, von den Gärtnern, die sie pflegen und den Menschen, die sie bestaunen. Ich habe mich schon oft gefragt, wie jemand aussieht, der wandelt, der hoheitsvoll dahinschreitet. Dort habe ich sie gesehen, die Leute, die vorsichtig an die Blumen und ihre Schilder herantraten oder sich hinunterbeugten, um ihren Duft aufzufangen.





Ganz erfüllt von dem Anblick des Tulpenmeers, aber auch von den gelben Narzissen, die sich im teilweise recht starken Wind wiegen, vorbei am Bachlauf und der beeindruckenden Brücke, mache ich mich auf den langen Weg zurück nach Hause.


Anne Hector
Anne arbeitet als Lektorin und Übersetzerin. Für OBerliner schreibt sie auch Rezensionen zu Büchern und Filmen.

Die Kette des Himmels: Gedanken über einen Blitz über der Stabi

Mittwoch, 8. Mai 2013


Am Abend des ersten Donnerstags im Juni 1994, genauer gesagt am zweiten Juni, verließ ich die Staatsbibliothek und wollte nach Hause. Das Wetter spielte verrückt und der Himmel über Berlin war bedeckt mit einer graugelben Farbe... Diese Farbe, die ich nicht mag, weil sie in meiner Phantasie mit Katastrophen verbunden ist, die Farbe vor der Katastrophe, die Farbe der Katastophe selber oder die Farbe nach der Katastophe.

Frankfurter Allee: Möllendorffstr auf den zweiten Blick

Dienstag, 30. April 2013



Wanda investigativ. Die Umgebung zwischen Frankfurter Allee und Möllendorff Str. macht zunächst einen spröden, unscheinbaren Eindruck, hat es aber auf den zweiten Blick in sich. Vor allem Zeugnisse jüngster Geschichte erschließen sich dem Beobachter erst bei genauerem Hinsehen.

Was ist 'Liebe'?

Sonntag, 28. April 2013


Unter anderem ein Film aus der Trilogie "Paradies" von Ulrich Seidl 


Das Poster für den Film “Liebe” zeigt eine füllige Frau, auf einem Bett liegend, hinter einem blauen Vorhang. Sie ist nackt, könnte in Gedanken an ihren Geliebten versunken sein, ermattet nach dem Liebesspiel mit ihm. Der Schein trügt? Das kommt auf die Sichtweise an.

Teresa war auf der Suche nach Liebe und hat zumindest die körperliche gefunden. Ihre Gefühle werden nicht befriedigt, doch das ist dem Zuschauer von Beginn an klar, wenn er sich die Bedingungen ansieht, unter denen sich die Paare kennenlernen und miteinander beschäftigen. Teresa ist eine Sextouristin in Kenia. Zusammen mit anderen Österreicherinnen, die sie in der Hotelanlage trifft, unterhält sie sich über ihre Wünsche und Bedürfnisse.

Sie träumt von einem Mann, der ihr in die Augen sieht, in ihre Seele. Im Urlaub geht es allerdings eher um Fleischbeschau. Die jungen, durchtrainierten Beachboys warten vor der Hotelanlage auf ihre Sugar mommies, die ihnen ihre Anzüge und Motorräder finanzieren. Sie stehen geduldig vor den Sonnenliegen der Hotelgäste und warten darauf, beachtet und auserwählt zu werden.Teresa lernt schnell, stellt Forderungen für ihr Geld, Gefühle, Bedürfnisse, Wünsche spielen keine Rolle mehr. Es geht nur noch darum, die sexuelle Lust zu befriedigen, auf der einen Seite, und auf der anderen, der afrikanischen Seite, der Familie durch Prostitution ein besseres Leben zu bieten.

Ulrich Seidl hält die Kamera so schonungslos auf die Körper, die sich, weit entfernt vom gängigen Schönheitsideal, in der Sonne aalen. Wir hören und sehen ihnen zu und winden uns in den Kinositzen, weil wir das Häßliche, Grobe, Ungehobelte nicht mehr ertragen können. In der Vorstellung, die ich besuchte, gab es viele Lacher in einer Szene, in der Teresa ihrem Lover beizubringen versucht, wie Frauen (körperlich) geliebt werden wollen. Sie gibt genaue Anweisungen, wie und wo er küssen sollte. Es hat etwas vom Fremdschäm-Format einiger Serien der Privatsender und genau darin liegt meiner Ansicht nach Seidls Intention: er beschönigt nichts, hält uns den Spiegel vor die Augen, zeigt, wie wir Afrika erneut kolonialisieren.

Das passiert nicht einseitig, sondern die Afrikaner haben – wie man in “Liebe” erkennen kann – gelernt, ihre Vorteile wahrzunehmen. Sie führen die Touristinnen in Schulen herum, um Geld für die Kinder zu erpressen. Bringen sie zu Familien, um Mitleid zu erregen und auch noch den letzten Pfennig zu erhalten. “Liebe” ist Teil einer Trilogie, genannt “Paradies”.

Mittlerweile sind alle Teile auf DVD erhältlich. Im zweiten Teil, “Glaube” geht es um Teresas Schwester, die sich dem Katholizismus verschrieben hat und missioniert. Auch Teresas Tochter ist ein Film gewidmet. Sie wird im Diätcamp gefilmt, im dritten Teil “Hoffnung”.

Der Titel “Liebe”, so einfach und einprägsam, ist eine gute Wahl. Wir haben alle eine Vorstellung davon, was Liebe ist, geben und nehmen, sind auf der Suche und fühlen uns durch diese vielfältigen Verstrickungen angesprochen. Kein Feuer, keine Kohle kann brennen so heiß dichtete schon Herbert Grönemeyer. Letztendlich geht es in allen drei Teilen um Liebe, ob nun die Liebe zu einem Gott, zu einem Betreuer/Arzt im Diätcamp oder zu einem Mann. Ulrich Seidl trifft uns 3 Mal mitten ins Herz.

Anne Hector
Anne arbeitet als Lektorin und Übersetzerin. Für OBerliner schreibt sie auch Rezensionen zu Büchern und Filmen.

Was Ali trug: Eine Berliner Stilikone von seiner besten Seite

Samstag, 27. April 2013


Als ich durch verschiedene Websites browste, landete ich bei einem sehr interessanten tumblr Blog genannt: "What Ali Wore" (“Was Ali trug”), einem 83-jährigen Berliner Ali gewidmet. Der Blog wurde von Zoe Spawton (29) begonnen, die eine Fotografin, spezialisiert auf Essen und Dokumentationen, ist. Laut ihrer Website arbeitet sie als Kellnerin in einem Café in Neukölln.

Erster Eindruck – von Station zu Station

Freitag, 26. April 2013


Wie wichtig ist deiner Meinung nach der erste Eindruck? Würdest du jemandem eine zweite Chance geben, auch wenn er/ sie sich beim ersten Mal blamierte? Würdest du nochmal zu einem Ort gehen, an dem du dich beim ersten Mal unwohl gefühlt hast?

Kleine Geschichten neuer Berliner

Dienstag, 23. April 2013

Nach dem Amt für Statistik Berlin Brandenburg leben im Dezember 2010 mehr als 450 000 ausländische Bürger aus 190 Staaten in Berlin.
Als neuer Berliner hat man die Möglichkeit, auf der Straße 190 verschiedene Kulturen kennenzulernen. 450 000 ausländische Bürger, das bedeutet 450 000 unterschiedliche Geschichten.
Der Umzug in ein anderes Land lässt sich nicht nur durch Statistiken und Ausländerquoten beschreiben. Der Wiederanfang in einem fremden Land bringt unter anderem viele erzählenswerte Kulturgeschichten, finanzielle Probleme, Sprachschwierigkeiten, Ängste und zahlreiche unerwartete Umstände mit sich.

Weil Menschen nicht nur Statistiken sind, soll es hier einen kleinen Platz für die Geschichten neuer "Berliner" geben:

Maikel

In seiner Heimat Kuba ist Maikel ein wohlbekannter Comiczeichner und deswegen litt er dort auch nie unter Arbeitsmangel. Allerdings war er nicht voll zufrieden.
Sein heutiger Job besteht darin, in einem Restaurant in Weißensee leere Flaschen einzusammeln. Währenddessen bereitet er ständig die Mappe mit seinen Zeichnungen vor und klopft an Türen, um Arbeitsmöglichkeiten zu suchen. Momentan beschäftigt er sich ebenfalls mit Videospielen und zwar aus einem bestimmten Grund: Er meinte, es gäbe anhaltende Stellenangebote für Designer in einer „Videospiele-Firma“ und er müsse sich in solchen Bereichen besser auskennen.
Während seiner Zeit in Berlin machte er im Allgemeinen positive Erfahrungen mit der Stadt und den Menschen. Andererseits durchlebte er aber auch bittere Situationen:
Ich erfahre im Alltag einen subtilen Rassismus und die Summe kleiner Erlebnisse wird dann manchmal zu einer großen Belastung und macht mich traurig.

Sara

Sara unterrichtete seit 3 Jahren Saxophon in Finnland. Sie produzierte bereits ein eigens Album als Liederkomponistin. Ihrer Meinung nach ist es in Finnland nicht einfach, als Musikerin sein Einkommen zu bestreiten. Aus diesem Grund kam sie vor einem Monat nach Berlin, obwohl sie niemand in Berlin kannte, weswegen Sie momentan ohne zukünftige feste Projekte da steht. Immerhin verkaufte sie alles, was sie in ihrer alten Wohnung hatte, um sich selbst zu verpflichten, nicht bald wieder nach Finnland zurückzukehren.
Da sie ziemlich schnell eine Wohnung in Berlin fand, ist sie motiviert ihr Ziel zu erreichen. Dennoch findet sie den Weg gar nicht leicht.

Elisa

Sie kam vor zweien Jahren mit ihrem Freund nach Berlin, denn sie beiden finden Napoli, ihre Heimatstadt, sei gefährlich und böte geringste Berufsmöglichkeiten für die Jugend. Mit ihrer Ausbildung als Krankenschwester kann sie in ihrem Bereich in Berlin keine Arbeit finden. Dann denkt sie manchmal, dass die investierte Zeit an der Hochschule nutzlos war. Nach der Trennung von ihrem Freund hatte Elisa eine unangenehme Erfahrung. Sie wurde durch einen angeblichen „Vermieter“ betrogen. Sie verlor 1200 Euro. Dieses Ereignis ist für Elisa der zweite Neubeginn in einem fremden Land. In diesem Moment arbeitet sie als Kinderbetreuerin von 5 Kindern einer Familie in Charlottenburg.

Gökhan

Der neue Anfang war für ihn aufregend, aber er hatte niemals Angst davor. Er war in der Türkei Animateur von Beruf und kannte deswegen teilweise die deutsche Gesellschaft, da er oft reiste.
Ich fühle mich hier frei obwohl das Leben mit vielen strengen gesellschaftlichen Normen oder Gesetzen beschränkt ist.
Sein Ziel ist, einen erfolgreichen Studienabschluss zu erreichen und mit seiner Frau und Tochter glücklich zu leben. Eben darum arbeitet er gerade als Aushilfe in einem Supermarkt. Ihm sei egal, welchen Status und welche Art von Job er hat. Denn er denkt, um in Deutschland einen gehobenen Lebensstandard zu genießen, brauche man vor allem gültige Unterlagen.


Melina Castillo
Melina ist eine Anthropologiestudentin aus Mexiko. Für OBERLINER schreibt sie auf “Spezial”

Vergessene Fahrräder: Was sie uns sagen

Mittwoch, 17. April 2013


Eines Tages auf dem Rückweg von meiner Sprachschule nach Hause entschied ich, alle übriggebliebenen Fahrräder zu zählen, an denen ich vorbeikommen würde.

Lichtenbergs ehemalige Stasigelände und Umgebung

Samstag, 13. April 2013


Wie angekündigt, ging es an diesem stürmischen Aprilabend nach Lichtenberg in das ehemalige Stasigelände und Umgebung

Allgemeines: Wie so oft auf unseren Touren müssen wir auch diesmal lose feststellen, dass Berlin voller Gegensätze ist. Während sich auf der einen Straßenseite Unkraut und Gebüsche über verfallene und verlassene Industriegelände hermachen, schmücken auf der anderen Seite brave Bürger ihre Reihenhäuser vorbildlich mit Osterschmuck. Die Geschichte, die auf der einen Seite um jeden Preis vergessen werden möchte, wird gegenüber wiederbelebt und neu gestaltet. In dieser Gegend findet sich also fast alles, was eine Stadt an Behausungen anbieten kann: Plattenbauten, zum Teil saniert (wie das schicke Amt für Arbeit), Reihenhäuser, Einfamilienhäuser, Obdachlosenheime und Arbeiterkasernen. Nicht zu vergessen selbstverständlich die eigenwillige Architektur diverser Discounter. Hinsichtlich der Infrastruktur für die Bürger ist ansonsten wenig Spektakuläres zu berichten. Keine Cafes, keine Bäcker, keine Imbisse, keine Vereine, das fällt auf!

Highlights:

  • Pferdebouletten für schlappe 1,20€ auf dem Gelände des ehemaligen Stasihauptquartiers (sonntags leider geschlossen)
  • Dokumentationsmöglichkeiten von der Rückeroberung des urbanen Raumes durch die Natur
  • Obdachlosenwohnheim in der Siegfriedstr. (obwohl wir nicht sicher sind, ob das ein Highlight ist)
  • Reihenhaussiedlung rund um den Philosophenweg und Rhododrendronweg wir waren live dabei, wie eine neue Straße entsteht, die dementsprechend noch nicht in unserem Plan eingezeichnet war
  • Zoschke-Stadion in der Ruschestr.
  • Amt für Umwelt und Natur am Roedeliusplatz
  • Natürlich nicht zu vergessen das Schmuckstück: Agentur für Arbeit in der Gotlindestr., bei der freundliche Architektur kommen sowohl Kunden als auch Angestellte gerne öfter
  • Friedhof
  • Kleingartenanlage Siegfriedslust
  • Vogelzwitschern

Erkenntnisse:


Obwohl unsere Gastläuferin Maja wirklich Ausdauer und eiserne Disziplin mitgebracht hat, ließen wir uns von den vielen Eindrücken und der Geselligkeit der kleinen Runde allzu leicht ablenken und schafften nicht die vorgenommene Strecke. Rückschläge gehören eben zum Leben dazu.

Straßen:

  • Rhododendronweg (ein Name, der sich sofort in unser Gedächtnis gebrannt hat)
  • Philosophenweg
  • Bornitzstr.
  • Siegfriedstr.
  • Gotlindestr.
  • Freiastr. (germanische Göttin der Fruchtbarkeit und Liebe)
  • Wotanstr. (auch so ein komischer wandernder Gott)
  • Atzprodienstr.
  • Rüdigerstr.
  • Schottstr.
  • Magdalenenstr.
  • Plontzstr.
  • Glaschkestr.
  • Normannenstr.
  • Ruschestr.
  • Alfredstr.
  • Roedeliusplatz


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Das Wanda
14,000 Strassen und ein Ziel. Ablaufen! Wie kann man behaupten eine Stadt zu kennen ohne all ihre Licht- und Schattenseiten mit eigenen Augen gesehen zu haben?

 
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